{"id":3623,"date":"2020-09-15T11:06:30","date_gmt":"2020-09-15T09:06:30","guid":{"rendered":"https:\/\/sbcud.net\/?p=3623"},"modified":"2020-09-15T11:10:28","modified_gmt":"2020-09-15T09:10:28","slug":"fachartikel-mitarbeiterbindung-in-zeiten-des-demographischen-wandels-unter-hinzunahme-des-demografiemanagement","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sbcud.net\/de\/fachartikel-mitarbeiterbindung-in-zeiten-des-demographischen-wandels-unter-hinzunahme-des-demografiemanagement\/","title":{"rendered":"Fachartikel: Mitarbeiterbindung in Zeiten des demographischen Wandels unter Hinzunahme des Demografiemanagement"},"content":{"rendered":"<p>Wir, das Service- und BeratungsCentrum \u00a0der Euroregion POMERANIA<br \/>\nc\/o STIC Wirtschaftsf\u00f6rdergesellschaft M\u00e4rkisch-Oderland mbH sind eine der Anlaufstellen, wenn es um Wirtschaftsf\u00f6rderung f\u00fcr Ostbrandenburg geht. Aufgabe der STIC mit ihren Mitarbeitern ist die F\u00f6rderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Region zwischen Berlin und Polen.<\/p>\n<p>Im Zuge dessen haben wir ein Gespr\u00e4ch gef\u00fchrt mit Frank Raeck, Inhaber der Firma \u201elios Personal\u201c mit Sitz in Berlin. Dabei ging es um die verschiedensten Fragestellungen rund um das Thema \u201ePersonal\u201c.<\/p>\n<p>Zum einen wollten wir wissen, wie die aktuelle, <strong>wirtschaftliche Situation der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen in Corona-Zeiten<\/strong> ist. Zum anderen war aber auch <strong>das Thema \u201eDemographischer Wandel\u201c<\/strong> und wie die Firmen das in ihre Planungen f\u00fcr die Zukunft mit einkalkulieren m\u00fcssen, etwas, was uns stark interessierte. Zus\u00e4tzlich wollte Herr Raeck uns M\u00f6glichkeiten aufzeigen, <strong>wie Firmen Mitarbeiter an sich und das Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten binden k\u00f6nnen. <\/strong>F\u00fcr uns sehr interessant: <strong>das Rekrutieren von Fachkr\u00e4ften aus dem Ausland<\/strong>.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC.:<\/strong> Guten Morgen Herr Raeck, vielen Dank f\u00fcr Ihre Zeit. Wie ist die aktuelle Situation bei Ihnen im Unternehmen in Hinsicht auf die Mitarbeiterstruktur? Vor allem unter den ge\u00e4nderten Bedingungen der Pandemie und den Unternehmenszahlen in Bezug zum Vorjahr.<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Auch wir haben in den vergangenen Monaten viele Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken m\u00fcssen. Da wir unseren Kunden sowohl die Vermittlung als auch die Arbeitnehmer\u00fcberlassung anbieten, merken wir es als erste, wenn es den Betrieben nicht gut geht. Viele Auftr\u00e4ge und Stellen wurden bei den Unternehmen gestrichen. Unsere Ums\u00e4tze waren in den Fr\u00fchjahrsmonaten etwa auf Vorjahresniveau geblieben. Gleich zum Beginn der Pandemie wurden viele Auftr\u00e4ge storniert und Mitarbeiter aus dem Bereich der Zeitarbeit freigesetzt. Stellenbesetzungen haben wir seit dem Fr\u00fchjahr, sowohl intern bei uns im B\u00fcro als auch bei den Stellen der Kunden ausgesetzt, da wir auch nicht wissen, wo \u201edie Reise hingeht\u201c. Viele Betriebe sind verunsichert, wie es mit der Wirtschaft national und international weitergeht, sollten die Neuinfektionen im Herbst wieder deutlich steigen. Einen weiterer \u201eLockdown\u201c w\u00fcrde sicherlich zu einem \u201eKollaps\u201c des gesamten Handels, weit \u00fcber Deutschland hinaus, f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Das h\u00f6rt sich alles andere als zuversichtlich an\u2026Woran machen Sie die Prognose fest?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck.:<\/strong> Es geht uns in Deutschland im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern noch sehr gut, was allerdings auch den Ma\u00dfnahmen der Regierung, wie z.B. Steuer\u00b4-stundungen, aussetzen des Insolvenzrechts und Verl\u00e4ngerung des Kurzarbeitergeldes bis Ende 2021 geschuldet ist. Trotzdem fehlen die positiven Signale, dass die Wirtschaft ein St\u00fcck weit an Normalit\u00e4t zur\u00fcckgewinnt und es in vielen Branchen wieder aufw\u00e4rtsgeht. Man sollte allerdings nicht unerw\u00e4hnt lassen, dass einige Branchen auch an der aktuellen Situation partizipieren, wie zum Beispiel der Online-Handel oder Liefer-dienste.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Haben Sie Erfahrungswerte bei Ihren Kundenunternehmen in der von uns betreuten Region Ostbrandenburg?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Da zeichnet sich ein \u00e4hnlicher Trend ab. Sollten sich die Firmen in der Region in den letzten Jahren mit der Digitalisierung besch\u00e4ftigt haben und dort gut aufgestellt sein, z.B. einen gut funktionierenden Online-Shop f\u00fcr die Produkte haben, k\u00f6nnen sie ihren Absatz halten oder vielleicht sogar steigern. Vielen Unternehmen ist das aber zu \u201eModern\u201c. Dabei k\u00f6nnte man sogar in der aktuellen Situation eine Vielzahl an Plattformen nutzen, die Ostbrandenburger Unternehmen dabei unterst\u00fctzen, Angebot und Nachfrage virtuell zusammen zu bringen (Unternehmer-Plattformen in Zeiten von Corona bei der IHK Ostbrandenburg). Eins der 4 gro\u00dfen Wirtschaftszweige in der Region ist allerdings auch der Tourismus, der wiederum sehr stark auch von dem Berliner St\u00e4dtereisenden-Tourismus abh\u00e4ngt. Und wie schlecht es den Unternehmen in der Branche geht, wissen wir leider nur zu gut. Dabei kommt ein weiterer Fakt erschwerend dazu\u2026<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> \u2026.der da w\u00e4re\u2026.?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Die j\u00fcngeren Leute aus der Region gehen weg und ziehen in die Gro\u00dfst\u00e4dte. Es ist schon vor Corona sehr dramatisch gewesen, aber es hat sich durch die Pandemie leider noch verschlimmert. Unternehmen, wenn sie denn dann jemanden suchen, bekommen kaum noch Bewerbungen aus der Region und das unabh\u00e4ngig von dem T\u00e4tigkeitsbereich. Sowohl in der Verwaltng als auch der Produktion und vor allem in der Logistik und im Lager fehlen geeignete Kandidaten.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Das ist wirklich schade zu h\u00f6ren. Was k\u00f6nnen wir unseren Betrieben in der Region sagen, was sie tun k\u00f6nnen, um auch neue Mitarbeiter f\u00fcr Ihr Unternehmen zu begeistern?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck.:<\/strong> F\u00fcr viele Mitarbeiter hat die Mitarbeiterbindung und die damit verbundene Wertsch\u00e4tzung der Unternehmen jedem einzelnen gegen\u00fcber, einen immer h\u00f6heren Stellenwert. Wissenschaftliche Erhebungen zeigen, dass sich nur rd. 15 % der Besch\u00e4ftigten emotional mit dem Arbeitgeber verbunden f\u00fchlen. Drei von 4 Arbeitnehmern dagegen verrichten mehr oder weniger nur \u201eDienst nach Vorschrift\u201c. Wenn Mitarbeiter k\u00fcndigen, geht nicht nur Fachwissen und Erfahrung verloren, sondern die Einarbeitung und der Ersatz des Mitarbeiters ist sehr teuer. Es gibt mehrere M\u00f6glichkeiten, die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden: Zuerst ist dabei das Mitarbeitergespr\u00e4ch zu erw\u00e4hnen. Mitarbeiter, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohl f\u00fchlen, denen das Arbeitsklima gef\u00e4llt, k\u00fcndigen seltener.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Doch wie k\u00f6nnen die Arbeitgeber bzw. k\u00f6nnen F\u00fchrungskr\u00e4fte darauf einwirken, dass sich ihre Mitarbeiter wohl f\u00fchlen?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Zu den wichtigsten Kontaktpunkten mit den Mitarbeitern geh\u00f6ren regelm\u00e4\u00dfige Mitarbeitergespr\u00e4che und -feedbacks. Dialog und Kommunikation mit der Belegschaft sind das \u201eA und O\u201c f\u00fcr eine positive Unternehmenskultur. Die Personalentscheider sollen sich und den Teams immer wieder die Frage stellen \u201eWarum machen wir die Dinge so und wie k\u00f6nnten wir sie vielleicht anders machen?\u201c. Was sagen ihre Mitarbeiter? Wo dr\u00fcckt der Schuh, was l\u00e4uft gut? Die Mitarbeiter sollten in Ver\u00e4nderungsprozesse verbindlich eingebunden werden. So entsteht am Ende noch mehr Verbundenheit des Mitarbeiters mit ihrem Unternehmen. Dazu z\u00e4hlt auch die Perspektive, die sie den Kollegen aufzeigen k\u00f6nnen. Dabei d\u00fcrfen Sie allerdings nicht die \u201eWork-Life-Balance\u201c des einzelnen au\u00dfer Acht lassen.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Das hei\u00dft, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer bei den Motivationsgespr\u00e4chen ber\u00fccksichtigt werden sollte. Richtig?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck: <\/strong>Genau\u2026das ist der Punkt. Speziell die j\u00fcngeren Generationen legen darauf sehr viel Wert, um die Produktivit\u00e4t und das Wohlbefinden im Unternehmen zu entwickeln. Der n\u00e4chste Punkt ist das betriebliche Gesundheitsmanagement, bei dem gerade kleinere und mittlere Betriebe uns immer wieder sagen, dass ihnen f\u00fcr diese Ma\u00dfnahmen die \u201eManpower\u201c und die Zeit fehlen. Aber gerade hier sind es die kleinen Dinge des Arbeitsalltages, die den Firmen dabei helfen k\u00f6nnen, solche Ma\u00dfnahmen durchzuf\u00fchren. Zum Beispiel ein Obstkorb oder kostenfreies M\u00fcsli in den Abteilungen oder ein gesundes Gericht (Schonkost) in Ihrer Kantine, wird dabei schon als sehr positiv empfunden. Es stellt kleinere Anreize f\u00fcr die Belegschaft dar, ges\u00fcnder zu leben. Zum Thema Gesundheit passt dann auch der n\u00e4chste Punkt. Die Vorsorge. Wenn es das Budget zul\u00e4sst, k\u00f6nnen die Betriebe den Mitarbeitern bei Bedarf einen Zuschuss zur Kita an oder eine betriebliche Altersvorsorge anbieten. Auch das sind M\u00f6glichkeiten, die Kollegen langfristig an sich zu binden. Und gerade bei der Vorsorge gibt es einiges, was auch staatlich gef\u00f6rdert wird.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC<\/strong>: Das stimmt. Wir haben das schon h\u00e4ufiger in den Unternehmen zum Thema gemacht und dort wurde es dann doch nicht angegangen.<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Sehen sie und dann machen sich die Firmen irgendwann unglaubw\u00fcrdig gegen\u00fcber ihren Mitarbeitern. Ein Klassiker der staatlichen Ma\u00dfnahmen ist dabei der Sachbezug, mit dem man bis zu 44 Euro monatlich den Mitarbeitern zur Verf\u00fcgung stellen kann \u2013 z. B. als Amazon.de-Gutschein oder prepaid mastercard. Dar\u00fcber hinaus gibt es viele weitere Vorteile, die sich optimal eignen, besondere Leistungen wertzusch\u00e4tzen. Erholungsbeihilfe bei Erreichung bestimmter Ziele oder Internet- und Handyzuschuss f\u00fcrs mobile Arbeiten. Die M\u00f6glichkeiten sind vielf\u00e4ltig. Ich w\u00fcrde den Betrieben empfehlen, ein Benefitkonzept zu erarbeiten, aus dem klar hervorgeht, wann welche Benefits ausgesch\u00fcttet werden.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Viele Unternehmen in Ostbrandenburg haben mittlerweile die Ambitionen, gutes Personal zu finden, auf die Nachbarl\u00e4nder ausgedehnt. Hier sind insbesondere Polen und die Tschechei zu nennen. Gibt es hinsichtlich des erfolgreichen Bindens der Kollegen aus dem Ausland etwas zu beachten?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck<\/strong>: Da ist es sehr wichtig, eine \u201eWillkommenskultur\u201c in den jeweiligen Unternehmen zu schaffen. Die Firmen k\u00f6nnen zum Beispiel vorab f\u00fcr die gesamte Belegschaft kulturspezifische Trainings organisieren. Hier werden Kenntnisse \u00fcber Wahrnehmungsmuster sowie \u00fcber Arbeits- und Verhaltensweisen in den jeweiligen L\u00e4ndern vermittelt. Auch m\u00f6gliche Unsicherheiten im Umgang mit ausl\u00e4ndischen Kollegen oder entstandene Konflikte k\u00f6nnen so zur Sprache gebracht werden. In Begr\u00fc\u00dfungsveranstaltungen k\u00f6nnen neue Mitarbeiter schon einiges Wissenswerte \u00fcber das Unternehmen erfahren und erste Kontakte zu Kollegen kn\u00fcpfen. Eine offizielle Begr\u00fc\u00dfung durch die Gesch\u00e4ftsleitung ist dann ebenfalls ein Zeichen von Wertsch\u00e4tzung. Gerade in den ersten Wochen k\u00f6nnen sich ausl\u00e4ndische Mitarbeiter durch die F\u00fclle von neuen Eindr\u00fccken und Informationen schnell \u00fcberfordert f\u00fchlen. Man sollte versuchen, ihnen den Einstieg so leicht, wie m\u00f6glich zu machen. Dazu geh\u00f6rt sie mit den wichtigsten Informationen rund um das Leben und Arbeiten in Deutschland zu versorgen. Eine gut strukturierte Informationsmappe kann in aller Ruhe dann zu Hause durchgeschaut werden. Zu den empfohlenen Inhalten geh\u00f6rt zum Beispiel: Wissenswertes \u00fcber das Unternehmen und den Arbeitsalltag<br \/>\nInformationen \u00fcber das Leben in der neuen Heimatstadt: Wohnungsmarkt, \u00e4rztliche Versorgung, Kinderbetreuungsm\u00f6glichkeiten, Kultur- und Freizeitangebote<br \/>\nOrientierungsmaterial: Stadtplan, Streckenplan und Fahrplan des \u00f6ffentlichen Nahverkehrs Informationen \u00fcber notwendige Beh\u00f6rdeng\u00e4nge: Adressen und \u00d6ffnungszeiten von Einwohnermeldeamt, Familienkasse, F\u00fchrerscheinb\u00fcro, Banken und Versicherungen<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC<\/strong>: Das sind sehr hilfreiche Tipps f\u00fcr unsere Betriebe. Worauf ist bei den Kollegen aus dem Ausland noch zu achten?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr die erfolgreiche Integration ausl\u00e4ndischer Mitarbeiter in die Unternehmen, bildet eine gemeinsame Sprache. Grundkenntnisse der deutschen Sprache sind f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung des Alltages und das Kn\u00fcpfen sozialer Kontakte von gro\u00dfer Bedeutung. So k\u00f6nnte man auch Firmenschulungen f\u00fcr die Kollegen organisieren oder dem reichhaltigen Angebot verschiedener Bildungseinrichtungen einen geeigneten Deutschkurs f\u00fcr Ihre ausl\u00e4ndischen Mitarbeiter aussuchen. Wenn sie dann noch bei der bei der Finanzierung unterst\u00fctzt werden, haben sie schon vieles richtig gemacht. Dabei kristallisiert sich immer wieder raus, dass es wichtig ist, dass die Kollegen aus dem Ausland permanent auf einen Ansprechpartner zugreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC<\/strong>: Immer?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Im Idealfall ja! Mentoring-Programme sind in vielen Betrieben l\u00e4ngst Bestandteil der Willkommenskultur. Erfahrene Mitarbeiter stehen Neuank\u00f6mmlingen begleitend und unterst\u00fctzend zur Seite. Sie f\u00fchren in pers\u00f6nliche Aufgabengebiete ein und stehen als Ansprechpartner in s\u00e4mtlichen, den Arbeitsalltag betreffenden, Fragen zur Verf\u00fcgung. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Mentoren auch Begleitung zu \u00c4mtern und Hilfe bei \u00dcbersetzungen anbieten. Auch die \u00fcbrigen Mitarbeiter des Unternehmens haben so die M\u00f6glichkeit, den Mentoren jederzeit um seinen Rat bitten. Nehmen sie zum Beispiel das Essen in den Kantinen. In anderen L\u00e4ndern haben Menschen andere Bed\u00fcrfnisse und Gewohnheiten bez\u00fcglich der Ern\u00e4hrung. Nat\u00fcrlich kann man sich nicht nach jedem einzelnen richten. Ein gewisses Ma\u00df an Anpassungsf\u00e4higkeit sollte man schon erwarten k\u00f6nnen. Bestimmte Vorschriften und Verbote sollten jedoch respektiert werden.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC: <\/strong>Das sind so viele Dinge, an die die Unternehmen denken m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Ein weiterer, wichtiger Hinweis auf die Anerkennung der Bed\u00fcrfnisse ausl\u00e4ndischer Mitarbeiter, ist die Beachtung kultureller und religi\u00f6ser Besonderheiten. Man sollte den Mitarbeitern die M\u00f6glichkeit geben, wichtige Feiertage in angemessener Form zu begehen. Die Belegschaft sollte \u00fcber die Hintergr\u00fcnde der jeweiligen Tage informiert sein. Gemeinsames Feiern und Aktivit\u00e4ten k\u00f6nnen einen toleranteren und offeneren Umgang mit anderen Kulturen und Religionen f\u00f6rdern. Und zu guter Letzt sollten die Unternehmen versuchen, Urlaubsregelungen zu treffen, die von allen Mitarbeitern, mit oder ohne Migrationshintergrund, getragen werden. Toll w\u00e4re es zum Beispiel, wenn ausl\u00e4ndischen Kollegen bis zu sechs Wochen Urlaub am St\u00fcck gew\u00e4hrt werden k\u00f6nnen, damit sie Freunde und Familie in ihrem Heimatland besuchen k\u00f6nnen. Wenn sie in der verbleibenden Zeit des Jahres bereit sind, \u00dcberstunden oder Wochenendarbeit zu \u00fcbernehmen, wird die einheimische Belegschaft eher Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Privilegien aufbringen. Die Betriebe sollten bedenken, dass eine gelebte Willkommenskultur ihnen Vorteile im Wettbewerb um qualifizierte Besch\u00e4ftigte verschafft und zu einem positiven Unternehmensimage verhilft.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Gut zu wissen\u2026.Abschlie\u00dfend h\u00e4tten wir noch eine Frage hinsichtlich des demografischen Wandels. Wir bemerken ja auch bei den Mitarbeitern unserer Betriebe seit Jahren die ver\u00e4nderten Anspr\u00fcche an die Zeit nach der Arbeit. Es wird immer l\u00e4nger und h\u00e4rter gearbeitet, um sich den Lebensstandard auch in der Rente noch leisten zu k\u00f6nnen. Was ja auf Grund der medizinischen Fortschritte auch durchaus machbar ist. Das betrifft ja nicht nur die einheimischen Kollegen, sondern auch die aus dem Ausland. Worauf m\u00fcssen die Betriebe achten?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck: <\/strong>Da sprechen sie ein wesentliches Thema an!!! Demografischer Wandel bedeutet bei uns in Deutschland nicht nur, dass die Bev\u00f6lkerung weniger und \u00e4lter wird, sondern auch internationaler und bunter. Sagen Sie den Gesch\u00e4ftsleitungen, dass sie sich bei dem Thema intensiv mit ihren Personalabteilungen austauschen m\u00fcssen. Die sind direkt mit den Auswirkungen konfrontiert und m\u00fcssen sich darauf einstellen, dass Fachkr\u00e4fte schwieriger zu finden sein werden und Mitarbeiter aufgrund l\u00e4ngerer Lebensarbeitszeit verst\u00e4rkt \u201cfit-gehalten\u201c werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Und wie kann die Abteilung die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung bei seinen Entscheidungen und Ma\u00dfnahmen die getroffen werden m\u00fcssen, dann unterst\u00fctzen?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Es empfiehlt sich, dass sie Fakten liefert, inwiefern das Unternehmen bereits betroffen ist und wie sich der demografische Wandel heute schon und vor allem zuk\u00fcnftig noch mehr auf den Unternehmenserfolg auswirken wird. Dabei sollte auf die wirtschaftlichen Chancen eines Demografie-Managements hingewiesen werden. F\u00fcr dessen nachhaltigen Erfolg ist das Miteinander von Gesch\u00e4ftsleitung, Personalern, Mitarbeitervertretern und Experten Voraussetzung.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC: <\/strong>Was hei\u00dft das genau? Und was k\u00f6nnen wir uns unter diesem Management vorstellen?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Sehen sie, vielen kleineren und mittleren Unternehmen fehlt oft noch das Bewusstsein daf\u00fcr, was der demographische Wandel f\u00fcr sie bedeutet. Sie reagieren h\u00e4ufig nur auf aktuelle Engp\u00e4sse, ohne zu schauen, was der Wandel in 10 oder 15 Jahren f\u00fcr sie bedeuten wird. Die Unternehmensleitungen sollten mit ihren F\u00fchrungskr\u00e4ften eine Analyse durchf\u00fchren. Dabei sollte vor allem Wert auf die Betrachtung der Alters-und der Marktentwicklung in der Region und der Altersstruktur in dem jeweiligen Unternehmen gelegt werden.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC: <\/strong>Und die Ergebnisse aus der Analyse k\u00f6nnen mir dann beim Entwickeln eines Demografie-Management helfen?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck<\/strong>: Ganz genau! Dabei sollte auf folgende Kennziffern besonders geachtet werden:<\/p>\n<p>&#8211; Altersstruktur der Bev\u00f6lkerung,<\/p>\n<p>&#8211; Entwicklung der Geburten- und Sterbensrate,<\/p>\n<p>&#8211; Migration von und nach Deutschland sowie<\/p>\n<p>&#8211; dem quantitativen Verh\u00e4ltnis beider Geschlechter<\/p>\n<p>Daraus resultierend wird man sich darauf einstellen m\u00fcssen, dass die Fachkr\u00e4fte knapper werden und die Belegschaft altert. K\u00fcnftig wird es verst\u00e4rkt darauf ankommen, die Erfahrungen der \u00e4lteren Mitarbeiter l\u00e4nger zu nutzen, beziehungsweise \u00e4lteren Bewerbern bei der Einstellung auch eine Chance zu geben. Ebenso gilt es Gesundheit, Kompetenz und Motivation bei den Arbeitskr\u00e4ften mittleren Alters zu erhalten. Damit sind wir wieder bei den Themen aus dem Anfang unseres Gespr\u00e4ches.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Was ist noch wichtig?<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Vor Allem darf bei den ganzen Ma\u00dfnahmen nicht vergessen werden, dass die Auswirkungen des demografischen Wandels f\u00fcr das Unternehmen nicht nur Schwierigkeiten wie Fachkr\u00e4fteengp\u00e4sse und Probleme bei der Nachfolge-Regelung bereiten, sondern auch Chancen bietet.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC:<\/strong> Wie das???<\/p>\n<p><strong>Frank Raeck:<\/strong> Bislang wurden die Auswirkungen des Wandels auf die Absatzm\u00e4rkte wenig beachtet. Die Alterung der Bev\u00f6lkerung bringt strukturelle Ver\u00e4nderungen im Konsum von Waren und Dienstleistungen mit sich. Da zudem der Bev\u00f6lkerungsanteil der \u00e4lteren Konsumentengruppe immer weiter steigt, gewinnt deren Nachfrage im gesamtwirtschaftlichen Absatz immer mehr an Gewicht. Hinzu kommt es durch die hohe Zuwanderung aufs Land und der Abwanderung vom Land in die St\u00e4dte zu einer r\u00e4umlichen Verschiebung der Nachfrage. Zielgruppen wie Senioren und Migranten werden f\u00fcr die Unternehmen zunehmend wichtiger, was somit eine Relevanz f\u00fcr deren Marketingstrategien darstellt. Demografie-Management bedeutet den Umgang mit den Auswirkungen des demografischen Wandels und das aktive Gestalten in allen Bereichen.<\/p>\n<p><strong>SBC \/ STIC: <\/strong>Vielen Dank f\u00fcr ihre Ausf\u00fchrungen!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ansprechpartner: <\/strong><\/p>\n<p>Frank Raeck<br \/>\nlios Personal<br \/>\nNormannenstr. 40<br \/>\n10367 Berlin<br \/>\n030 \/ 80 10 22 12<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.lios-personal.de\">www.lios-personal.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir, das Service- und BeratungsCentrum \u00a0der Euroregion POMERANIA c\/o STIC Wirtschaftsf\u00f6rdergesellschaft M\u00e4rkisch-Oderland mbH sind eine der Anlaufstellen, wenn es um Wirtschaftsf\u00f6rderung f\u00fcr Ostbrandenburg geht. Aufgabe der STIC mit ihren Mitarbeitern ist die F\u00f6rderung der wirtschaftlichen Entwicklung der Region zwischen Berlin und Polen. 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